Marx in der Wissenssoziologie
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Ausgehend von jenem „tragischen Bewußtsein“, das für die Soziologie der Vor- und Zwischenkriegszeit kennzeichnend war, unternimmt Lenk eine Rekonstruktion der originären Form der dialektischen Ideologiekritik, wie sie bei Hegel und in der Tradition marxistischen Denkens bestand. Am Streit zwischen Orthodoxie …
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Ausgehend von jenem „tragischen Bewußtsein“, das für die Soziologie der Vor- und Zwischenkriegszeit kennzeichnend war, unternimmt Lenk eine Rekonstruktion der originären Form der dialektischen Ideologiekritik, wie sie bei Hegel und in der Tradition marxistischen Denkens bestand. Am Streit zwischen Orthodoxie und Revisionismus entzündet sich auch die Kritik am Vulgärmarxismus, die den Anstoß für die deutsche Soziologie seit Georg Simmel und Max Weber bildet, soweit diese sich mit der Problematik des Verhältnisses von Basis und Überbau beschäftigt. Wissenssoziologische Marxkritik wird jedoch stark von den geisteswissenschaftlichen und kultursoziologischen Problemen des Historismus bestimmt. Sie gelangt daher zu einer Umfunktionierung der zentralen Kategorien marxistischer Ideologiekritik: soziales Sein wird zu einer irrational getönten Grenzgröße und Ideologie neutralisiert sich zu einer generellen Seinsverbundenheit des menschlichen Denkens. Der Autor kommt zu dem Ergebnis, daß dieser Prozeß der Amalgamierung marxistischer Ideologiekritik in der deutschen Gesellschaftstheorie nur teilweise gelingen konnte, da diese Rezeption bei einer bereits verfremdeten Gestalt marxistischen Denkens ansetzte und daher auch in einer bloßen Gegensatzgebundenheit verharrte. Bei der Analyse Lenks gewinnen die Problemstellungen der deutschen Gesellschaftstheorie von Simmel, Troeltsch, Max Weber, Max Scheler, Karl Mannheim und Theodor Geiger erstmals wieder einen gesellschaftspolitischen Bezug: es erweist sich, daß anhand der Marxkritik und -Rezeption, wie sie von dieser Soziologie unternommen wurde, ein neuer Zugang zu einer ideologiekritischen Untersuchung des Verhältnisses des deutschen soziologischen Denkens zum Marxismus überhaupt eröffnet werden kann. Die vorliegende Arbeit steht in einer theoretischen Tradition, wie sie durch Lukács, Korsch und die kritische Theorie der Frankfurter Schule bezeichnet wird.
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